Balthasar

„Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren;

und sie zogen auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.“

Weihnachtsgeschichte, Matthäus 2,12

 

Der dritte König ist Balthasar (aramäisch = Gott schütze den König). Er ist ein reifer Mann in der Lebensmitte und ist bekleidet mit orientalischen Gewändern.  Balthasar verkörpert somit den Erdteil Asien und bringt den Weihrauch als Geschenk mit an die Krippe, weil auch er glaubt,  dass dieser neugeborene König nicht nur Mensch ist, sondern ein Gott.

 

Weihrauch wird aus dem Harz von Bäumen gewonnen und verbreitet beim Verbrennen einen angenehmen Geruch. Weihrauch wird in Tempeln und Gotteshäusern verwendet, um Gebete zu unterstützen, Unheil abzuwenden und eine Verbindung zwischen Gott und den Menschen herzustellen. Er ist das Sinnbild der Gottesverehrung und darum nennt man ihn auch den Gottesduft. Das Aufsteigen und die Ausbreitung des Weihrauchs symbolisiert die Entfaltung der Gottheit. Für die Menschen wird Gott auf diese Weise sinnlich erfahrbar. Mit der Zeit wurde der Weihrauch zum sakralen Symbol Gottes, später dann zum Symbol für Christus.

 

Der zum Himmel aufsteigende Weihrauch ist in der Weihnachtsgeschichte aber auch ein Bild für die Sehnsucht der Menschen. Denn mit den Geschenken, die die Hirten und Weisen an die Krippe bringen, wird deutlich, was unser Leben ausmacht. An der Krippe haben wir Menschen  mit all unseren Erfahrungen Platz: Mit unseren bitteren Erfahrungen des Lebens, mit unserem Reichtum der Seele, mit unserer Sehnsucht, mit unserer Armseligkeit und Leere. Wir dürfen zur Krippe kommen, dankbar für die Fähigkeiten, die uns geschenkt wurden; fähig, die eigenen Grenzen anzunehmen; und mutig unsere Sehnsüchte zuzulassen und Hoffnung zu leben.

 

 

 

 

Lied: „Wisst ihr noch, wie es geschehen“

  1. Wisst ihr noch, wie es geschehen? Immer werden wir’s erzählen: wie wir einst den Stern gesehen mitten in der dunklen Nacht, mitten in der dunklen Nacht.

Ev. Gesangbuch, Nr. 52,1

 

Wo der Stern Gottes leuchtet,

werden wir aus der Dunkelheit geboren.

Wo die Liebe Jesu erstrahlt,

werden wir in die Dunkelheit gelockt.

Wo das Heilige erscheint,

werden wir durch die Dunkelheit gestärkt.

So sind wir zusammen im Licht Gottes,

das in jede Nacht und in jeden Tag scheinen will.

Amen.