König Herodes

„Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes,

siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem.“

Weihnachtsgeschichte, Matthäus 2,1

 

 

Der Evangelist Matthäus gibt uns Einblick in die politischen Verhältnisse zur Zeit der Geburt Jesu und beleuchtet das Wesen des König Herodes. Herodes war ein strenger und harter König und vor allem ein unbeliebter König, weil er sich nicht um die Sorgen seines Volkes, sondern sich nur um seine eigene Macht kümmerte. Als er von den Weisen aus dem Morgenland erfuhr, dass ihnen ein Stern am Himmel die Geburt eines neuen Königs verkündet hätte, erschrak er sehr. Denn nun fürchtete er sich um seinen Thron und seine Macht und seine Unantastbarkeit. Aus diesem Grunde unternahm er alles, um diesen neuen König, auf den das Volk Israel schon so lange gewartet hatte, zu verhindern. Die Ankunft des Messias, des Sohnes Gottes in der Welt, ist auch der Beginn des Friedensreiches, der Liebe und der Versöhnung.

Darum erlässt König Herodes den Befehl, alle Neugeborenen in Bethlehem zu töten. Man vermutet, dass sogar sein eigener Sohn dieser blinden Wut zum Opfer gefallen ist. Vor diesem unvorstellbaren Blutbad fliehen Josef und Maria mit dem Jesuskind nach Ägypten und kehren erst wieder in ihre Heimat zurück, als sie vom Tod des grausamen Herrschers hören.

 

 

Lied: „Macht hoch die Tür“

  1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Ev. Gesangbuch, Nr.1,1

 

Gebet

Barmherziger Vater und Gott unseres Lebens,

an Weihnachten wird uns deutlich, wie wichtig dir das Kleine und oft auch Unscheinbare ist.

Du schaffst Möglichkeiten, wo wir Menschen längst an unsere Grenzen gekommen sind.

Und so bitten wir dich für uns und andere um Vertrauen, dass du unser Leben führst,

dass du Menschen aus verfahrenen Situationen befreist, und dass du neue Gedanken schenkst,

wo sich alles im Kreise bewegt.

Hilf uns, wenn wir wie König Herodes den liebevollen Blick für unsere Mitmenschen verlieren. Schenke uns Kraft, uns auf veränderte Situationen einzustellen und unser Leben neu auszurichten. Zeige uns, dass wir mit Liebe und Vertrauen unsere Ziel schneller erreichen als mit Hass uns Gewalt.

Wir bitten dich:

Öffne unsere Herzen, damit wir deine Liebe empfangen und sie weitergeben an die,

die sich nach ihr sehnen und nicht zu dir finden können. Zeige dich allen, die nach dir suchen.

Lass dein Licht leuchten denen, die in Dunkelheiten gefangen sind.

Stärke die Müden und die Traurigen. Gib Kraft den Verzweifelten und Ausdauer den Fröhlichen.

Amen.