Melchior

„Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihraucht und Myrrhe.“

Weihnachtsgeschichte, Matthäus 2,10-11

 

Die Sterndeuter aus dem Morgenland, die Heiligen Drei Könige, schenken dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und das waren nicht nur ganz besondere Kostbarkeiten, die den Reichtum und die Würde dieser Männer zum Ausdruck bringen sollten, sondern haben auch noch eine tiefere Bedeutung.

 

Nach der Überlieferung ist Melchior (hebräisch = Lichtbote) der älteste der drei Könige. Er wird als alter, gebeugter, aber auch besonders weiser Mann dargestellt, der eben auch die meiste Lebenserfahrung mit sich bringt. Er ist bekleidet mit einem hermelinbesetzten Purpurmantel, dem Zeichen der Könige Europas.

Er bringt Gold als Geschenk. Gold ist von je her das Zeichen der Königswürde und somit auch das angemessene Geschenk für den neugeborenen König. Und wenn dieser König nun wirklich Gottes Sohn ist, dann soll er durch das Kostbarste geehrt werden, was die Erde bieten kann.

Denn das Gold steht für Glanz und Herrlichkeit, für den materiellen Reichtum ganz allgemein, aber auch für den inneren Reichtum, den jeder Mensch in sich trägt, für die Weisheit als größte Kostbarkeit, die ein Mensch erwerben kann. Gold hat auf die Menschen schon immer eine Faszination ausgeübt; und das ist ja bis heute so geblieben.

Gold gebührte früher den Königen und Göttern. Und so soll das Gold der drei Weisen zum einen darauf hinweisen, dass Jesus von Gott kommt; es soll aber auch den inneren Reichtum der Menschen symbolisieren.

Und so will der Evangelist Matthäus durch die Gabe des Goldes sagen, dass wir Menschen mit all dem Reichtum unserer Seele an der Krippe Platz haben.

 

 

Lied: „Wisst ihr noch wie es geschehen“

  1. Könige aus Morgenlanden kamen reich und hoch geritten, dass sie auch das Kindlein fanden. Und sie beteten es an, und sie beteten es an.

Ev. Gesangbuch, Nr.52,4

 

Gebet

Barmherziger, gnädiger Gott, wir bitten dich:

Hilf, dass wir beim Anblick des Kindes in der Krippe nicht nur bewegt sind,

sondern dass wir uns bewegen.

Hilf, dass wir von der Geburt im Stall nicht nur gerührt sind,

sondern dass wir uns rühren.

Hilf, dass wir uns nicht damit zufrieden geben,

dass du Mensch geworden bist,

sondern dass wir dafür eintreten,

dass diese Welt menschlicher wird.

Hilf, dass Weihnachten nicht umsonst war.

Amen.