Caspar
„Wo ist der neugeborene König der Juden?
Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.“
Weihnachtsgeschichte,

Matthäus 2,2

 

Die Heiligen Drei Könige waren Weise aus dem Morgenland.
Es waren Sterndeuter, die lesen, schreiben und rechnen konnten, fremde Länder bereist und alte Schriften studiert haben. Diese drei Männer verbindet die Sehnsucht nach einer wundersamen Entdeckung – und wie staunten sie, als dieser Wunsch plötzlich in Erfüllung ging…
Sie entdeckten am Himmel ein außergewöhnliches Phänomen: Im Osten wandern Jupiter und Saturn aufeinander zu und es scheint, als wüchsen sie zusammen!
In den alte Schriften findet man eine Übersetzung dafür, die lautet: „Ein Stern wird aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen“.
Nun ist Jupiter der König der Sterne und Saturn das Schutzzeichen Israels. Und diese Konstellation steht nun im Sternbild der Fische, was ganz ungewöhnlich ist. Das könnte also heißen: Ein neuer König wird geboren, aber nicht hier, sondern in Israel. Ein besonderer Herrscher muss das sein, wenn die Sterne seine Boten sind!

Und so macht sich Caspar auf den Weg. Caspar (persisch = Schatzmeister) wird meist als junger Mann dargestellt. Er ist bekleidet mit Turban und Pluderhose und bringt Myrrhe mit. Er verkörpert das Lebensalter der Jugend und als Schwarzer den Erdteil Afrika. Und die Geschenke der Weisen deuten symbolisch auf Jesus hin: die Myrrhe, das geweihte Duftöl, verweist auf den sterblichen Menschen Jesu. Jesu Leben steht zwar unter einem guten Stern, aber das Leid des Menschen wird ihm nicht erspart bleiben. Er teilt unser Schicksal, damit wir ewiges Leben mit ihm gewinnen.

Die Myrrhe ist ein Bitterkraut, eine Heilpflanze, aus der Arzneien hergestellt werden. Es ist ein Betäubungsmittel, heilt Wunden, wurde aber auch zur Salbung der Toten verwendet. Es steht für die Selbstbeherrschung des Menschen und weist darauf hin, dass Jesus später als Arzt und Heiler erlebbar wurde. Im Geschenk der Myrrhe bringen die Sterndeuter Jesu all das, was im Leben von uns Menschen schmerzt und bitter ist. Und sie halten mit ihrem Geschenk auch die Sehnsucht nach Liebe und Frieden und Gerechtigkeit in der Welt wach…

Lied: „Herbei o ihr Gläubgen“
1. Herbei, o ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!
Ev. Gesangbuch, Nr. 45,1