Stern über Bethlehem
„…Und siehe, der Stern, den die Weisen im Morgenland gesehen hatten,
ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.“
Weihnachtsgeschichte, Matthäus 2,9

Ein Bild für die Sehnsucht, die die Adventszeit in uns wecken möchte, ist der Stern. Der Stern, der am nächtlichen Himmel leuchtet, ist seit jeher ein Symbol für das göttliche Licht, das die menschliche Finsternis erhellt. Die Bibel berichtet nun von Weisen aus dem Morgenland, die im Erscheinen eines hellen Sterns die Geburt eines neuen Königs deuteten. Ob der Stern, dem die drei Weisen folgten, eine bestimmt Sternkonstellation war oder der Halleysche Komet, ist bis heute ungeklärt. Jedenfalls hat er auch symbolische Bedeutung: der Stern als Licht der Erkenntnis. Denn Sterne weisen mit ihrem Licht den Weg durch die Dunkelheit. Was auch immer dieser Stern von Bethlehem nun war, er wurde zum Zeichen für einen Neuanfang, für Gottes Liebe, für Frieden und Hoffnung und für das Wunder der Weihnacht.

Wenn Sterne reden könnten, dann hätten sie über diese atemberaubende Zeit bestimmt viel zu berichten. Vielleicht würden sie es wie folgt formulieren:
„Ich, Stern von Bethlehem, hätte nie gedacht, dass mir einmal diese große Ehre zuteilwird, die Geburt des Gotteskindes am Himmel anzuzeigen. Als mir die frohe Kunde überbracht wurde, hatte ich richtig Gänsehaut. Und mir schlotterten alle Zacken, denn was wäre, wenn ich nicht die Spur halten kann? Oder mich vor Aufregung verirre; in die falsche Richtung ziehe? Oder wenn die Sterndeuter mich nicht eindeutig erkennen, nicht richtig wahrnehmen, sich nicht trauen zu glauben, dass ich es wirklich bin? So viel hätte passieren können… Welch große Verantwortung lastete da auf meinem Himmelskörper…
Aber …es ist ja alles gut gegangen! Ich war wunderbar sichtbar – das Wetter hat endlich mal richtig gut mitgespielt – und die Sterndeuter waren echte Fachleute auf ihrem Gebiet…gar nicht begriffsstutzig wie so manche Forscher…
Meine Bahnen am Himmel zu ziehen, war dann letztlich gar nicht so schwer – schwierig und anstrengend wurde es erst, als ich über dem Stall in Bethlehem anhalten und still stehenbleiben sollte! Das sag mal einem Stern: „Halt an! Du bist da!“ Das geht nämlich gar nicht! Also – eigentlich nicht! Nur einige, wenige Sterne besitzen diese wundersame Fähigkeit…und einer davon bin ich…und wahrscheinlich deshalb wurde ich auch auserwählt…was für ein Glück. Welche Freude und Ehre!
Ich habe Könige zum Jesuskind geleitet. Ich habe aller Welt verkündet, dass Frieden und Gerechtigkeit und Liebe unter den Menschen Wirklichkeit wird. Jeder konnte mich sehen – alle hätten begreifen können, ja, müssen, dass nun eine neue Zeit anbricht. Das Wunder der Weihnacht hat stattgefunden – und ich war dabei; ich habe das Dunkel der Nacht erhellt; ich habe allen Menschen den Weg zu Gott gewiesen – ich bin gespannt, wer sich nun noch alles auf den Weg macht, um das Jesuskind zu bestaunen und Gott die Ehre zu erweisen…“

Lied: „Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg“
1. Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht; Leuchte du uns voran, bis wir dort sind, Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind!