Hund
„Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.“
Weihnachtsgeschichte, Lukas 2,9

Wahrscheinlich kennt mich niemand, aber ich war natürlich auch dabei.
Wir Hunde gehören untrennbar zu den Hirten und ihren Herden dazu. Wer sollte die (dummen) Schafe denn sonst einfangen, leiten, in der Herde zusammentreiben, ihnen zeigen, wo es langgeht? Schafe denken nur ans Fressen und sind blind für alles andere – oder sie haben Angst und laufen panisch hin und her. Wir Hunde geben ihnen Struktur. Wir zeigen ihnen, wo die Grenzen sind. Wir sind für die Sicherheit zuständig. Ohne uns, wären die Hirten mit ihren Tieren verloren und den Gefahren der Natur und Wildnis hilflos ausgeliefert. Bei uns hat also jeder seine Aufgabe und es gibt eine feste Rangordnung.

Aber in dieser besonderen Nacht damals bei Bethlehem war plötzlich alles anders.
Wir Hunde sind wirklich raue und furchtlose Gesellen, aber in dieser Nacht haben wir auch erst einmal den Schwanz eingezogen und uns hinter unseren Herrchen versteckt. Mitten in der Nacht, mitten im tiefsten Dunkel wurde es plötzlich taghell. Der Himmel öffnete sich und wir waren umgeben von Engeln. Das war beeindruckend – und plötzlich war es gar nicht mehr so furchteinflößend, sondern einfach nur schön. Es war hell und warm und freundlich. Der Himmel war voller Gesang und Jubel. Es war irgendwie beängstigend schön…
Und dann begann der Engelchef zu sprechen.
Und dann, was soll ich sagen, brachen wir auf – mitten in der Nacht! So etwas gab es noch nie! Die Hirten verließen ihren sicheren Lagerplatz und machten sich mit uns auf den Weg nach Bethlehem. Also, wir gingen natürlich nicht alle. Aber ich durfte mir aussuchen, ob ich die Herde bewachen will oder ob ich mich mit den Hirten auf den Weg mache. Da musste ich nicht lange überlegen – Schafe habe ich immer, aber einen neugeborenen König in einem Stall? Das kann ich nicht glauben, das muss ich sehen. Ein König, der so lebt wie wir? Na, wenn das kein Wunder ist…

Lied: „Was soll es bedeuten“
1. Was soll es bedeuten, es taget ja schon. Ich weiß wohl, es geht erst um Mitternacht rum. Schaut nur daher! Schaut nur daher! Wie glänzen die Sternlein,
je länger, je mehr!

Gebet
Du wunderbarer Gott,
gib mir den Mut, an das Unglaubliche zu glauben. Gib mir die Kraft, mich immer wieder auf den Weg zu machen, um dich zu entdecken. Gib mir das Vertrauen, dass ich dich überall da entdecke, wo ich es am wenigsten vermute. Amen.