Josef
„Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.“
Weihnachtsgeschichte, Lukas 2,4-5

Josef fand lange keinen Schlaf und wälzte sich auf seinem Nachtlager immer wieder hin und her. Schwere Träume schüttelten ihn. War es die Angst vor den Gefahren, die diese Reise so mit sich brachte? War es Scham, dass er Maria keinerlei Komfort bieten konnte? War es die Sorge um die nun so ungewisse Zukunft? Er war verwirrt und eigentlich komplett überfordert mit der Situation… und so träumte er schwer und warf sich immer wieder von einer Seite auf die andere…
Der Weg bis Bethlehem ist noch so weit und er ist beschwerlich. Verrückt, wie Maria das alles so geduldig hinnimmt. Woher nimmt sie nur diese Kraft und Zuversicht, dass schon alles gut wird? Ich bin da ganz anders. Mich macht diese ganze Ungewissheit verrückt; ich könnte schreien vor Verzweiflung. Wir haben kein warmes Wasser, keine nahrhafte Speise, keine bequeme Unterbringung – oh Gott, was bin ich für ein Rabenvater, was bin ich für ein lausiger Ehemann… – eigentlich bin ich ja gar nichts von alledem…
Ich bin ein Zimmermann aus Nazareth, der ausgerechnet jetzt, wo seine Verlobte hochschwanger ist, vom Kaiser Augustus gezwungen wird, in seine Geburtsstadt, also nach Bethlehem zu gehen…für eine Volkszählung…dafür riskiere ich das Leben meiner Frau und das unseres Kindes! Ich muss doch wahnsinnig sein!!!
Aber ist nicht sowieso alles hier purer Wahnsinn? Wer soll mir das denn glauben, wenn ich das in Nazareth am Handwerker-Stammtisch erzähle? Ein Engel, der uns erzählt, dass Maria von Gott auserwählt wurde und ich irgendwie ja oder auch nicht der Vater des Kindes bin. Und selbst der Name wurde für uns schon festgelegt…
Vielleicht hätte ich mich doch aus dem Staub machen sollen. Vielleicht bin ich ja doch ein gehörnter Ehemann und alle Welt lacht über meine Blödheit oder Feigheit oder Gutgläubigkeit… Aber ich liebe Maria und ich glaube und vertraue ihr. Und ich glaube an Gott und vertraue diesem Engel – auch wenn ich furchtbare Angst habe! Aber wir gehen diesen Weg gemeinsam mit Gott – er hat uns im Blick, er behütet uns…

„Schenken heißt bei Nikolaus, den Weg zu Gott freiräumen.“

Der 6.Dezember ist der Nikolaustag
Der Heilige Nikolaus lebte im 4.Jahrhundert in der heutigen Türkei, in der Hafenstadt Myra. Dort war er Bischof und ist mit offenen Augen, Ohren und Herzen durch die Welt gegangen. Darum hat er ziemlich schnell gesehen, wo Menschen in Not waren oder Hilfe und Unterstützung brauchten – und dann hat er geholfen; ganz uneigennützig. Es war ihm eher unangenehm, dass andere ihn für einen großen Wohltäter hielten, und darum vollbrachte er viele seiner guten Taten heimlich, still und leise – nämlich meistens nachts. Nikolaus war ein großartiger Helfer in der Not. Er hat das Leid seiner Mitmenschen gesehen und dann gehandelt. Er erfüllte die menschliche Hoffnung auf Hilfe; und er bestätigte damit, dass Gott ins Leben der Menschen eingreift.