Kaiser Augustus

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging,

dass alle Welt geschätzt würde.“

Weihnachtsgeschichte, Lukas 2,1

 

Kaiser Augustus war ein erfolgreicher und guter Herrscher. Er vergrößerte stetig das römische Reich, pflegte den Kaiserkult, ließ sich feiern und verehren, aber nicht anbeten. Staatskult hieß für ihn, sich dem Staat gegenüber loyal zu verhalten, die verschiedenen Völker, Kulturen und Religionen in seinem „Imperium Romanum“ zu tolerieren und alles dafür zu tun, dass einigermaßen vernünftige Lebensbedingungen möglich sind. Ein angesehener Herrscher war er, weil er es geschafft hatte, Frieden in seine Region zu bringen, in der Tradition von König David zu leben und der Bevölkerung ihre vielfältigsten Glaubensausübungen zu erlauben.

Aber auch schon damals brauchte ein großer Staatsapparat Geld, um den Aufgaben und Pflichten angemessen nachzukommen. Die von ihm ausgerufene Volkszählung hatte darum nicht nur den Zweck, seine Neugierde zu befriedigen, wie viele Menschen denn in seinem Reich leben, sondern auch und vor allem, von wem er denn Steuern einfordern kann. Die Erfassung der Bevölkerung war somit der erste Schritt, die Steuerschätzung der zweite und die Aufforderung zur Zahlung von Steuern der letzte.

Um dieses Großprojekt durchzuführen, beauftragte er Beamte und Boten in allen Landesteilen, die die Bevölkerung in Listen eintragen und in ihre jeweiligen Geburtsorte schicken sollten. Das sorgte für eine wahre Völkerwanderung und natürlich für Unmut, Sorge und Unruhe im Reich.

 

Lied: „O Bethlehem, du kleine Stadt“

  1. O Bethlehem, du kleine Stadt, wie stille liegst du hier, du schläfst, und goldne Sternelein ziehn leise über dir. Doch in den dunklen Gassen das ewge Licht heut scheint für alle, die da traurig sind und die zuvor geweint.

Ev. Gesangbuch, Nr. 55,1

 

Schweige und höre

vielleicht geht dir in der Mitte der Nacht ein Licht auf

vielleicht hörst du unverhofft eine neue Botschaft

vielleicht ahnst du plötzlich, dass Friede auf Erden denkbar ist

vielleicht erfährst du schmerzhaft, dass du Altes zurücklassen musst

vielleicht spürst du, dass sich etwas verändern wird

vielleicht wirst du aufgefordert aufzustehen und aufzubrechen…

Schweige und höre, sammle Kräfte und brich auf,

damit du den Ort findest, wo neues Leben möglich ist

Max Feigenwinter