Advent heißt „Ankunft, Erwartung“

Selten bin ich mit so gemischten Gefühlen in die Adventszeit gestartet wie in diesem Jahr. Zwar können wir uns 26 Tage lang auf das Wunder der Weihnacht vorbereiten, aber in diesem Jahr stellt sich bei mir sogar diese Vorfreude nur unter Vorbehalt ein. Seit März leben wir sozusagen auf Widerruf.

Alles, was wir machen, was wir planen, gestalten und überlegen, geschieht mit der Unsicherheit, ob es morgen noch gilt, erlaubt ist, durchgeführt werden kann. Das ist kräfteraubend – für alle in unserer Gesellschaft, egal ob Schüler oder Rentnerin, Berufstätige oder Arbeitssuchender, Verwandter oder Freundin.

Hinein in alle Bereiche unseres Lebens verfolgt und begleitet uns dieses widerspenstige Virus. Und nun verfolgt es uns auch noch bis in die Adventszeit, bis in diese heilige, verletzliche, sensible Zeit… Diese Zeit, in der wir nachdenklich  in uns gehen und ausgelassen aus uns herauskommen… Die Zeit, an die wir so viele Erwartungen knüpfen und in der wir feinfühliger und dünnhäutiger werden. 

Advent heißt „Ankunft, Erwartung“.

Was erwarten wir in diesem Jahr? Worauf leben wir in den nächsten Wochen hin? Was soll bei uns ankommen und wofür wollen wir uns öffnen? Welche Sehnsucht macht sich in diesem so herausfordernden Jahr in uns breit? Haben wir überhaupt Zeit und Kraft und Lust, sich der Botschaft von der Liebe Gottes, dem Wunder der Weihnacht und dem Leben trotz aller Beschwernisse zu öffnen?

Wieviel Zeit, Kraft und Lust ich auf Advent und Weihnachten habe, kann ich noch gar nicht so genau in Worte fassen – zu sehr hat mich dieser neue Alltag des „unter Vorbehalt leben und arbeiten“ im Griff.

Aber ich spüre in mir diese unbändige Sehnsucht nach der Liebe Gottes, nach der Zartheit und Unaufdringlichkeit seines Wirkens in einem jeden von uns und nach dem Wunder der Weihnacht, das alle Grenzen sprengt, jeden Alltag verändert und unser Leben in einen neuen, einen größeren Zusammenhang stellt.

Lassen Sie sich begeistern von Gott. Ich tue das auch – immer wieder neu!

Herzlichst,

Ihre Pastorin Kristin Gatscha

Wieso und warum ein Adventskalender…

Wie können wir gemeinsam durch die Advents- und Weihnachtszeit gehen, wenn wir uns nicht treffen, gemeinsam singen, beten, feiern dürfen? Diese Frage hat mir keine Ruhe gelassen. Ich möchte Ihnen nahe sein und die Weihnachtsbotschaft näherbringen, ohne Ihnen zu nahe zu kommen – darum dieser besondere Adventskalender. Vielleicht haben Sie ja Freude daran und machen sich gemeinsam mit mir auf den Weg. Hangeln wir uns „gemeinsam für sich“ vorsichtig durch diese besondere Zeit in dieser so besonderen Zeit.

Und dann gibt es noch den lebendigen Adventskalender…

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ – An den 4 Abenden der Adventssonntage öffnen wir unsere Kirchentüren, zünden nach und nach die Kerzen am Adventskranz an und laden zu einer adventlichen Atempause ein. Wir treffen uns immer um 17 Uhr vor der jeweiligen Kirche (1.Advent Goldenstädt, 2.Advent Kraak, 3.Advent Uelitz, 4.Advent Mirow).

Ausblick auf Weihnachten…

In diesem Jahr feiern wir einfach „Weihnachten mal anders“ und laden Sie alle herzlich ein, an einem besonders wunderbaren Weihnachtszauber in ihrem Dorf teilzunehmen. Diesmal brauchen Sie sich nicht auf den Weg zur Kirche zu machen, sondern die Kirche kommt zu Ihnen, in Ihr Dorf, dorthin wo der geschmückte Weihnachtsbaum steht oder ein großer Platz ist.

Wichtig: Bringen Sie einen Teilnahmezettel mit ihren Kontaktdaten mit – das vereinfacht das Listenschreiben vor Ort, denken Sie an Ihre Mund-Nasen-Bedeckung und an das Abstandhalten, an etwas Geld für die Kollekte, dickes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung.

Die Weihnachtsandacht dauert im Schnitt 15 bis max.20 min.

14 Uhr Goldenstädt, 14.30 Uhr Jamel, 15 Uhr Mirow,

15.30 Uhr Lübesse, 16.30 Uhr Fahrbinde, 17 Uhr Kraak,

17.30 Uhr Rastow, 18 Uhr Uelitz

 

 

Was auch immer in diesem Jahr noch passiert, dieses Lied kann mir niemand nehmen. Ohne diese Weihnachtshymne kann es für mich nicht Weihnachten werden. Darum singe ich dieses Lied – voller Inbrunst, hoch erhobenen Hauptes, mit Leidenschaft und eisernem Gottvertrauen. Gott kommt in die Welt, klein und hilflos, den Widrigkeiten des Lebens ausgesetzt, aber trotzdem als Retter der Menschheit. Darum stimmen Sie mit mir ein in den weihnachtlichen Jubel und feiern Sie das Leben…

 

 

„O du fröhliche“

  1. O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit!

Welt ging verloren, Christ ist geboren:

Freue, freue dich, o Christenheit!

  1. O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit!

Christ ist erschienen, uns zu versühnen:

Freue, freue dich, o Christenheit!

  1. O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit!

Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:

Freue, freue dich, o Christenheit!

Ev. Gesangbuch, Nr. 44,1-3